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Im Mai 2001 wollte der amerikanische Fernsehsender NBC wissen, ob mit T-Commerce wirklich Geld zu verdienen ist. Studien sagen seit Jahren einen wahren Geldregen voraus, wenn die vielen Couch-Potatoes einmal beginnen, direkt über ihr Fernsehgerät einzukaufen - ohne dazu wie bisher zu einem Dritten zu gehen. NBC machte die Probe aufs Exempel und bot den Zusehern der beliebten Serie "Will and Grace" in einer Werbepause ein Polo-Shirt an, das auch die Hauptdarstellerin in dieser Folge trug. In weniger als einer Woche sollen 3.000 Bestellungen eingegangen sein - und das obwohl diese vorerst noch über eine externe Internet-Seite abgeschickt werden mussten.
Nach dem Crash der New Economy mit ihren vielen "Trends" und "Booms", die dann doch nie stattfanden, wird dem neuen Thema "T-Commerce" von aber auch eine Menge Skepsis entgegengebracht. Die Investitionsbereitschaft ist wegen vergangener Fehlschläge noch gering, und in den Konzepten stehen noch einige Fragezeichen. Werden die Konsumenten wirklich T-Shirts und CDs kaufen, für Sportevents bezahlen und kostenpflichtige Spielfilm-Kanäle abonnieren?
Auch wenn ein einheitlicher Standard für "intelligente" Fernsehgeräte mittlerweile gefunden ist, fehlt noch die ausreichende Verbreitung entsprechender Geräte bei den Konsumenten. Es gibt aber einige Anzeichen, dass T-Commerce mehr ist, als der nächste Hype: Die Teleshopping-Anbieter machen längste Millionengewinne, Sender wie ZDF und RTL starten mit der Ausstrahlung interaktiver Sendungen, und die amerikanischen Käufer der deutschen Kabelnetze beginnen mit der technischen Aufrüstung für interaktive Angebote. Sie alle eint die Hoffnung, damit den Milliardenmarkt der Zukunft aufzubauen.