Woran T-Commerce scheitern kann
Ein großes Problem bei der Entwicklung von T-Commerce-Angeboten sind die vielen Beteiligten, die an der Entstehung und Übertragung von Fernsehsendungen mitwirken. Verständlicherweise möchte jeder von Ihnen ein Stück vom vielversprechenden T-Commerce-Kuchen mitnaschen, was aber große Nachteile hat:
- Durch die unterschiedlichen Übertragungsarten (Terrestrisch, Kabel, Satellit) gibt es keinen einheitlichen Weg von der Kamera zum Konsumenten, unterschiedliche Betreiber mit verschiedenen Interessen und technischen Standards können hier blockierend wirken.
- Sowohl die Inhalte-Erzeuger, die Sender wie auch die Kabel- und Satellitenanbieter möchten am T-Commerce mitverdienen. Das könnte im Endeffekt zu sehr hohen Preisen führen. Schon heute nehmen die Shopping-Sender zB 50% Provision von den Herstellern der angebotenen Produkte.
Die Kunden des Wiener Kabelbetreibers UPC Telekabel kennen derartige Interessenkonflikte: Er ermöglicht seinen Kunden nur dann den Empfang von "Premiere", wenn diese auch sein eigenes PayTV-Paket "Telekino" abonnieren. In Zukunft können sie mit einer Set-Top-Box im Internet-Surfen - allerdings nur auf einigen von UPC Telekabel ausgewählten Seiten, ein so genanntes "Walled-Garden-Angebot". Der Grund: UPC Telekabel will an den dabei generierten Werbeeinnahmen mitverdienen.
Übermacht der Amerikaner
Viel schlimmere Befürchtungen haben deutsche Medienvertreter, seit amerikanische Unternehmen fast alle deutschen TV-Kabelnetze übernommen haben. Nachdem die Amerikaner viele Milliarden investiert haben, werden sie von den möglichen Einnahmen möglichst wenig an andere Beteiligte abgeben wollen.
Kritiker befürchten sogar, dass in Zukunft in amerikanischen Konzernzentralen entschieden wird, welche Sender in deutschen Wohnzimmern empfangen werden können. Das ist den deutschen Anbietern natürlich längst klar geworden, und so rufen plötzlich Privatsender und öffentlich Rechtliche gemeinsam nach staatlicher Regulierung der Kabelnetze.